Verein LEED-Schweiz

Ein Hilfswerk zugunsten unterprivilegierter Menschen in Indien

Jahresbericht 2016/17

 

Vorstand und Fundraising in der Schweiz

Der Vorstand von LEED hat sich zu Sitzungen getroffen und sich über den Fortgang des Projektes orientiert und sich um das Fundraising gekümmert. An der Mitgliederversammlung vom letzten Jahr hat sich Anneliese Bösch in den Vorstand wählen lassen. Sie übernahm das Amt der Aktuarin. Dieses Jahr dürfen wir Joshua Strub, einen junger Primarlehrer aus Birsfelden, neu im Vorstand begrüssen.


Der Spendeneingang bewegte sich im Rahmen des Vorjahres. Die Ausgaben waren leicht höher, deshalb ging unser Vermögen etwas zurück. Wiederum konnten wir Bildkalender, gestaltet von Markus Gyr, verkaufen. Da die Ausgaben des Projektes in Indien ständig steigen und grosser Bedarf da ist, sind wir auf neue Spenderinnen und Spender angewiesen.


Peter Dietz, Präsident

Projekt

Joshua Strub machte im November und Dezember 2016 ein Praktikum im Projekt LEED. Hier sein Bericht:

 

Am 8. November 2016 wurde ich vom Projektleiter Elijah John Mathew am Chennai Airport in Empfang genommen  und in das LEED-Office in der Ammai Ammal Street kutschiert. Es war meine erste Reise nach Indien und ich war gleich im ersten Moment sehr beeindruckt von den Gerüchen, dem Lärm und den sehr vollen, doch lebendigen Strassen. Elijah machte es möglich, mir die Kultur sehr schnell näher zu bringen. Wir waren gleich vom ersten Tag an viel unterwegs, schauten uns nach geeigneten Schulen für seinen Sohn Vishal um und assen im Restaurant Menukarten rauf und runter.

 

Noch bevor ich das erste Mal im Projekt LEED war, beschloss die indische Regierung alle 500er und 1000er Rupien Noten für wertlos zu erklären und lancierte stattdessen  2000er Rupien Noten. Dies führte in ganz Indien zu einem kleinen Chaos, welches sich in stundenlangem Schlangestehen bei der Bank und ausbleibenden Strassenmärkten bemerkbar machten, da die Leute über fast kein Kleingeld mehr verfügten. Es waren insgesamt sechs sehr bewegte und lebhafte Wochen, da noch die "MAMA" von Chennai, Chefministerin Jayalalithaa, welche wie eine Heilige betrachtet wurde, verstarb und die Stadt dadurch für drei Tage still stand. Anschliessend wütete ein Zyklon über Chennai, der die Stadt vom Strom und Mobilfunk-netz trennte und zudem noch die Stadt im Wasser ertrinken liess. Wie gelassen der Grossteil der Leute damit umging, war sehr beeindruckend.


Dank der Co-Ordinatorin und Sozialarbeiterin Shivaprija fand ich mich sehr schnell zurecht im Projekt. Sofort wurde ich mit eingebunden und plante mit Shivaprija zusammen einen sieben Tage Englischkurs, welchen die Teilnehmenden mit einem von Elijah gestalteten Diplom abschlossen. Das Unterrichten in Perungudi war für mich eine schöne Erfahrung da die Kinder extrem lernwillig waren. Dies zeigte sich zum Beispiel daran, dass sie mich nach der Lektion fast nicht nach Hause gehen liessen und mich zu allen möglichen Themen ausfragten. Mindestens drei Mal in der Woche pendel-te ich mit dem Zug nach Perungudi. Ich war nicht nur dort um zu unterrichten, sondern gewährte mir auch Einblicke in die Medical Camps, machte Hausbesuche mit Shivaprija bei Bedürftigen und nahm an "Kolam-Gesprächsrunden" teil. Im Grossen und Ganzen machte das Projekt für mich einen sehr soliden Eindruck. Es ist strukturiert, die Leute kennen ihren Arbeitsbereich. Die BewohnerInnen von Perungudi lassen sich gerne helfen von LEED, und es herrscht im allgemeinen eine sehr positive und entspannte Stimmung.

 

Neben den Projektbesuchen war ich auch noch unterwegs durch Indien. Elijah zeigte mir den Bundesstaat Kerala, welcher mit seiner wunderschö-nen Natur sehr meinen Geschmack traf. Zweimal reiste ich nach Kotagiri und war am Ende immer wieder froh, nach den langen Autofahrten in ganzen Stücken zu Hause angekommen zu sein. Dreimal hatte ich die Möglichkeit bei einem Treffen der Rotarier von Chennai anwesend zu sein. Dort lernte ich interessante Leute kennen und bekam auch die Möglichkeit in einem Vortrag ihnen die Vorteile von Bewegung und einer pflanzlichen Ernährung näher zu bringen. Es waren mitunter meine besten sechs Wochen im Jahr 2016, da ich in dieser Zeit extrem viele neue Erfahrungen gemacht habe und mir vorgelebt wurde, dass man das Leben nie zu stressig angehen sollte.


Joshua Strub